Boden des Jahres 2019:

Der Rekultivierte Boden

Anlässlich des Weltbodentags vom 5. Dezember 2018 ernennt die Bodenkundliche Gesellschaft der Schweiz (BGS) den Rekultivierten Boden zum Boden des Jahres 2019.

In der Schweiz sind die landwirtschaftlichen Nutzflächen für Ackerbau und insbesondere die Fruchtfolgeflächen (FFF), welche für die landwirtschaftliche Produktion die wertvollsten Böden sind, sehr begrenzt. Um eine ausreichende Versorgungsbasis des Landes mit Nahrungsmitteln in schweren Mangellagen zu sichern, sind die Kantone verpflichtet, bestimmte Kontingente an FFF zu erhalten. Gehen diese durch Bauaktivität verloren, müssen in einigen Kantonen anderorts Böden mit FFF-Qualität wieder hergestellt werden, in der Regel auf vom Menschen beeinträchtigten Böden. Gleichzeitig fallen jedes Jahr auf schweizerischen Baustellen 15 Mio m3 Oberboden und Unterboden als Bodenaushub an. Anstatt dieses wertvolle und begrenzte Material in einer Deponie zu entsorgen, kann es zur Aufwertung von Böden oder für Rekultivierungen verwendet werden. So können diese Böden nach der Aufwertung die Kriterien für Fruchtfolgeflächen erfüllen und helfen die Kontingente der Fruchtfolgeflächen zu erfüllen. Seit 2016 besteht zudem nach der Abfallverordnung (VVEA) eine Verwertungspflicht für Bodenaushub, sofern dieser sich aufgrund der Körnung, des Skelettgehalts und des Gefüges dafür eignet und frei von Schadstoffen und invasiven Arten ist. Um eine gute Bodenqualität zu erhalten, müssen jedoch bestimmte bodenkundlichen Vorgaben bei der bautechnischen Umsetzung berücksichtigt werden.

Dazu werden auf bodenrelevanten Baustellen bodenkundliche Baubegleitungen (BBB) eingesetzt, welche das Projekt bezüglich Bodenschutz optimieren, die Bauinvolvierten bezüglich Bodenschutz beraten, den Bodenzustand überwachen und die entsprechend erlaubten Maschinen freigeben. 

Der Begriff Fruchtfolgefläche (FFF) beschreibt das beste ackerbaulich nutzbare Kulturland. Nach dem Sachplan Fruchtfolgeflächen müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, damit Böden als Fruchtfolgefläche gelten. Dazu zählendie klimatischen Verhältnisse (Vegetationsdauer, Niederschläge), die pflanzennutzbare Gründigkeit (>50 cm), Verdichtungen und chemische Belastungen, minimal zusammenhängende Fläche (min. 1 Hektare) und die Geländeform (Hangneigung, Möglichkeit maschineller Bewirtschaftung)“. Der Mindestumfang an Fruchtfolgeflächen ist für die gesamte Schweiz auf 438 460 ha festgelegt. Jedem Kanton ist eine Mindestumfangfläche je nach naturräumlicher Ausstattung zugewiesen.

Weltbodentag

Der Weltbodentag (World Soil Day) ist ein internationaler Aktionstag jeweils am 5. Dezember, dem Geburtstag seiner Majestät des thailändischen Königs Bhumibol Adulyadej. Deklariert wurde der Weltbodentag von der Internationalen Bodenkundlichen Union (IUSS) im Rahmen ihres 17. Weltkongresses im August 2002 in Bangkok. Sie tat dies zu Ehren seiner Majestät des Königs von Thailand, der sich der Förderung der Bodenwissenschaften und des Schutzes der Böden verdient gemacht hat.
Im deutschsprachigen Raum wurde am Weltbodentag 2004 erstmals die Aktion „Boden des Jahres“ für 2005 initiiert durch die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft (DBG) und den Bundesverband Boden (BVB). 2007 schloss sich die Österreichische Bodenkundliche Gesellschaft (ÖBG) dieser Trägerschaft an.