Boden des Jahres 2021: Der Lössboden

Fotocollage eines Bodenprofils mit einer Landschaft im Hintergrund. Löss ist feiner Staub, der sich in trockenem Zustand wie Mehl anfühlt und hellgelb ist. Er besteht aus Schluff, Carbonaten, Tonmineralen und sehr feinem Sand (Quarz). Der Löss wurde während und nach den letzten Eiszeiten aus vegetationsarmen Gebieten ausgeblasen, mit dem Wind verfrachtet und als lockeres Sediment abgelagert.

Diese Lössablagerungen können von wenigen Dezimetern bis zu mehreren 100 m mächtig sein und erstrecken sich in Eurasien von Frankreich über den Nordrand der mitteleuropäischen Mittelgebirge bis in die Ukraine und nach Asien. Die mächtigsten Lössdecken befinden sich in China. Grosse Lössgebiete gibt es auch in Nordamerika und Argentinien. In der Schweiz findet man Löss vor allem im Norden um Basel, Baden und Schaffhausen.

Aus den Lössablagerungen entwickelten sich fruchtbare Böden mit einer grossen landwirtschaftlichen Bedeutung, z.B. Schwarzerden oder Parabraunerden. Wichtige Gründe für die hohe Bodenfruchtbarkeit sind zum einen die gute Durchwurzelbarkeit des lockeren Lösssediments und die für die Pflanzenernährung günstige Mineralzusammensetzung. Lössböden können durch eine günstige Porenverteilung gleichzeitig viel Wasser speichern und eine ausreichende Belüftung gewährleisten. Zum anderen haben Lössböden genügend grobe Poren für eine ausreichende Belüftung der Pflanzenwurzel in Zeiten eines Wasserüberschusses. Gleichzeitig haben sie genügend mittlere Poren zur Erhaltung eines grossen Wasservorrats. Beides sind wichtige Eigenschaften von landwirtschaftlich genutzten Böden in Zeiten von extremen Niederschlägen und langen Trockenperioden. Wenn eine schützende Vegetation fehlt, kann das feine Lössmaterial sehr leicht durch Wind oder Wasser erodiert werden. Der Lössboden ist daher in Hanglage besonders erosionsgefährdet. Zudem sind Lössböden auch verdichtungsempfindlich.

Welche Funktionen hat der Boden?

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Lössböden eignen sich in der Regel sehr gut für die landwirtschaftliche Produktion. Böden erfüllen neben der Produktionsfunktion noch weitere für Mensch und Umwelt wichtige Leistungen. Dies wird durch verschiedene «Bodenfunktionen» zum Ausdruck gebracht und bewertet. Im Mai 2020 hat der Bundesrat die «Bodenstrategie Schweiz» herausgegeben. Darin wird die Vision formuliert, «die Nutzung des Bodens so zu gestalten, dass die Funktionen des Bodens langfristig erhalten bleiben, damit auch zukünftige Generationen von den vielfältigen Leistungen des Bodens profitieren können».

  1. Lebensraumfunktion: Boden ist Lebensraum für Bodenorganismen und Pflanzen und erhält die Artenvielfalt.
  2. Regulierungsfunktion: Boden reguliert durch Speichern und Umwandeln Wasser-, Stoff- und Energiekreisläufe.
  3. Produktionsfunktion: Boden produziert Biomasse, welche für die Produktion von Nahrungsmitteln für den Menschen oder als Futter für die Tiere genutzt wird. Ebenso liefert Boden nachwachsende Rohstoffe wie Holz oder Fasern.
  4. Trägerfunktion: Boden ist Baugrund.
  5. Rohstofffunktion: Boden enthält Rohstoffe, Wasser und geothermische Energie.
  6. Archivfunktion: Boden bewahrt Informationen der Natur- und Kulturgeschichte.

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Titelfoto: © Gabriela Brändle, Urs Zihlmann, Urs Grob, Roman Berger